Barocke und naturnahe Fahrradfreuden

Geschrieben von Detlef Stöcker

Eine Radtour um Neustrelitz zeigt die Schätze von Natur und Kultur.

Die Residenzstadt Neustrelitz lockt im Sommer viele Kulturbegeisterte zu den Schlossgartenfestspielen. Operettenfreunde aus ganz Europa pilgern zu den Aufführungen, aber auch der Natur und Ursprünglichkeit suchende Schöngeist kommt rings um die Stadt auf seine Kosten.

Leider ist vom Schloss der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz nichts als Asche und Rauch geblieben. Im Frühjahr 1945, bereits nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, brannte es, vermutlich durch Brandstiftung, ab. Der in unseren Tagen noch erhaltene Marstall, die Schlosskirche und nicht zuletzt der Schlosspark, in dem alljährlich die Schlossparkfestspiele stattfinden, legen eindrucksvoll Zeugnis von der einstigen Pracht des Schlosses ab.

Wir sind mit dem Ferienhausboot in den modernen Stadthafen eingelaufen und wollen nun eine Radtour, die einer liegenden Acht gleicht, um den Zierker See, ans Ufer des Useriner Sees und zum Nordufer des Woblitzsees, um von da nach Neustrelitz zurückzuradeln. Bei strahlendem Sonnenschein und azurblauem Himmel fahren wir entspannt gegen zehn Uhr vormittags zuerst in die Stadt, wo ein überdimensionales Rondell vor der Stadtkirche liegt, um das mit lautem Rattern auf dem Kopfsteinpflaster die Autos fahren. Die alten Bürgerhäuser sind noch nicht alle restauriert, so können nur einige von der einstigen Pracht der Stadt künden. Die meisten Häuser im Zentrum erlauben aber die Vorstellung von einer mondänen Residenzstadt. Wir radeln weiter zum Schlosspark, durch den wir unsere Fahrräder schieben und wandeln an den Skulpturen im Park vorbei in Richtung Marstall.

Gefundene Findlinge

Am Ufer des Zierker Sees angelangt, wohin sich der Schloss­park sanft neigt, radeln wir weiter in Richtung Zierke. Für die Radtour haben wir uns einen Tag Landgang von unserer Wassertour verordnet; jeder hat drei Liter Mineralwasser dabei und einige Snacks. Unser Bordhund Billy hat es sich in einem Korb auf dem Gepäckträger bequem gemacht und genießt mit uns die erfrischende Fahrt.

Lesen Sie weiter in der Ausgabe Seenland 2007