Radweg Berlin-Usedom

Geschrieben von Antje Vogt

337 Kilometer liegen vor uns, als wir vor dem Brandenburger Tor in Berlin zur Radreise an die Ostsee starten. Foto: Jürgen Rocholl

Foto: Jürgen Rocholl

Das Abenteuer Radwanderurlaub im Selbstversuch ganz nach dem Motto: „Der Weg ist das Ziel.“ Unter diesem Motto steht unsere Radreise von der Hauptstadt an die Ostseeküste auf der Insel Usedom.

Auf dem Weg erleben wir den puren Naturgenuss. Die Fahrt führt durch weite Wälder, Sumpfgebiete, Wiesen und Felder, vorbei an wunderschön klaren Seen und entlang in die unberührte Natur eingebetteter Flussläufe. Wir durchfahren historische Städte und verträumte Dörfer. Nette Menschen und unerwartete Tierarten begegnen uns allerorten.

Berlin–Bernau: 30 Kilometer


 

Nach dem Start auf dem Pariser Platz in Berlin-Mitte, führt die Fahrt vorbei am Mauerpark, wo Spuren der ehemaligen deutschen Teilung noch sichtbar sind. Wir treten in die Pedale und erreichen einige Kilometer nordwärts den Park des Schlosses Niederschönhausen in Pankow; dort treffen wir auf die Panke. Bald liegen Stadtverkehr und Großstadttrubel hinter uns. Wir lassen uns auf die Ruhe und Genügsamkeit der Natur ein. Am Ufer der Panke entlang geht es in Richtung Bernau bei Berlin. Dieses kleine Städtchen haben wir zu unserem ersten Etappenziel erkoren. Wir erreichen die einstige Bierbrauerstadt am frühen Abend. Die ersten 30 Kilometer Richtung Meer liegen hinter uns, und es macht sich bereits ein Gefühl von Erholung breit.

Bernau in der Mark Brandenburg verzaubert auf Anhieb. Den ersten Tag unserer Radtour beenden wir mit einem Spaziergang durch die wunderschöne Altstadt und einem anschließenden Abendessen. In einer der urigen Kneipen bestellen wir ein Bernauer Bier, das gehört schließlich zu einem Besuch. Später schlendern wir entlang der alten Stadtmauern und benommen von der Schönheit dieses historischen Örtchens zum Hotel zurück. Vor der Weiterfahrt am nächsten Morgen besichtigen wir noch die St. Marienkirche, eine der größten Kirchen der Mark Brandenburg mit einem Flügelaltar aus der Schule von Lucas Cranach dem Älteren.

Mit Bernau haben wir am ersten Tag unserer Radtour auch das Tor zur Region Barnim erreicht. Wir sind voller Vorfreude auf die Radfahrt durch die Landschaft dieser grünen Idylle; durch die Eiszeit sind in dieser Region viele klare Seen und weite Wälder entstanden.

Bernau–Werbellinsee–Joachimsthal: 45 Kilometer

Ausgeruht geht es nach der Kirchenbesichtigung am zweiten Tag weiter in Richtung Eberswalde. Wir tauchen ein in die Ursprünglichkeit des märkischen Landes. Hier und da sieht man einen Fischreiher nach seinem Mittagessen spähen. Auch wir beschließen nach ein paar Kilometern, eine Rast einzulegen und suchen uns ein lauschiges Plätzchen am Waldrand.

Am Nachmittag durchfahren wir das Gelände des Biesenthaler Beckens, wo man zahlreiche Wasservogelarten, zum Beispiel den Kranich, vor die Linse bekommt und für spätere Diaabende festhalten kann. Unsere Fahrt führt ständig abwechselnd vorbei an Wiesen und Wäldern, Hügeln, Seen und Bächen. Der nach Natur und Ursprünglichkeit Trachtende wird hier Glückseligkeit fi nden.

Mit dem Werbellinsee erreichen wir nach etwa 40 Kilometern das Herz des größten Waldgebiets von Brandenburg. Hier ging einst Kaiser Wilhelm II. zur Jagd; der „Kaiserbahnhof“ in Joachimsthal erinnert an die einstige Herrschaft des Hohenzollernkaisers. Der Bahnhof ist noch heute ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen. Wir wollen in Joachimsthal unser Nachtlager aufschlagen und suchen uns eine nette Pension.

Lesen Sie weiter in der Ausgabe Seenland Ostsee 2008