Mit Kindern im Herbst über die Müritz

Geschrieben von Jan Peterson

„Maja“ und „Ronja“ sind 2 baugleiche Yachten der Ostfriesischen Werft Siemer, 13,65 m lang und 4,10 m breit. Motorisiert mit 150 PS IVECO Diesel-Motoren sowie 8 PS Bug- und Heckquerstrahlrudern. Die Yachten haben eine Heck- und Bugkajüte je mit einem Doppelbett ausgestattet und eine weitere Kajüte im Bug mit einem Stockbett, sowie 2 Toiletten und Duschen. Die Pantry hat Gasherd mit Backofen, Kühlschrank, und Geschirrspülmaschine. Der Dieseltank fasst 1200, der Frischwasser- und der Abwasser/Fäkalientank fassen jeweils 600 Liter 450 Liter, so dass man problemlos 1 Woche autark ist.

Kinder-seefest

Als wir am Samstag ankamen und die Yachten übernahmen, standen wir erst einmal ziemlich respektvoll vor den beiden sehr schönen und eleganten Motoryachten. Der Chef selbst Herr Schroeder hat mit uns eine umfassende Einweisung gemacht und seine freundliche und humorvolle Art des Umganges vor allem auch mit den Kindern hat bei uns sehr schnell zum Stressabbau geführt.

Besonders wichtig war uns bei der Vorbereitung, dass wir sehr viel Rücksicht auf unsere Kinder nehmen wollten, damit ihnen die Bootstour Spaß macht, sie eingebunden werden und es nie langweilig wird. So haben wir uns denn auch auf jeweils kurze Tagesetappen verständigt, um den Kindern „viel Auslauf“ zu gewähren. Dachten wir zumindest.

Also ging es dann am Montag mit beiden Yachten vom neuen Yachthafen in Plau am See, an der Mole los.

Über den Plauer See, den Lenzer Kanal, den Petersdorfer See in den Malchower See; und als erstes Highlight für die Kinder fuhren wir durch die neu erbaute Drehbrücke in Malchow. Weiter ging es in den Fleesensee und den Kölpinsee, bei gemütlicher Fahrt erreichten wir schon am frühen Nachmittag den Stadthafen von Waren.

Hier machten wir vor der Kulisse des wunderschön renovierten Hafens mit den als Hotels und Wohngebäuden umgebauten Speichern fest. Es gab ein wunderbares Abendessen mit der ganzen Familie an der Hafenpromenade in der schönen Abendsonne.

 Mueritz-bei-Wind

Am nächsten Tag sollte Röbel unser nächstes Ziel sein. Eigentlich nur ein Katzensprung, aber der sollte es in sich haben. Denn das Wetter war grau in grau mit recht starkem Wind aus Südwest, d.h. über die Müritz (slavisch Morje = kleines Meer) mussten wir voll gegenan fahren.

Mit den großen schweren Schiffen (18 Tonnen) kein Problem. Die Kinder hatten einen Riesenspaß, wenn manchmal die Gischt über die Boote ging. Wir kamen nach 2 stündiger Fahrt wohlbehalten in Röbel an und die Kinder waren außer sich vor Freude und konnten gar nicht mehr genug kriegen. „Boot Fahren – Boot fahren“, so hörten wir Großen immer wieder.

Geplant war am Hafen beim „Italiener“ Abend zu essen, leider hatte dieser „Dienstags Ruhetag“, weshalb wir alle 14 dann beim Chinesen vom „Buffet“ aßen. Sehr lecker und sehr freundlicher Service mit allem was das Kinderherz begehrte.

Wieder an Bord beim gemütlichen Absacker entschieden dann die Kinder: „morgen fahren wir aber länger als heute“, weshalb wir uns entschlossen, mit einem Zwischenstopp über Sietow an der Müritz nach Mirow an der Müritz-Havel Wasserstraße zu fahren.

Am nächsten Tag hatten wir wieder herrliches Sonnenwetter und die Sonne wärmte Anfang Oktober noch recht angenehm. Von Röbel ging es wieder auf die Müritz, erst Richtung Nord-West nach Sietow, wo es bei den Müritz-Fischern zum Mittag ein frisches Fischbrötchen gab, und danach Richtung Süden durch die Kleine Müritz an Rechlin vorbei in die Müritz Havel Wasserstraße (MHW) Richtung Mirow. Vor Mirow gab es für die Kinder wieder ein großes Abenteuer, denn wir mussten durch die die Schleuse. Es handelt sich um eine Hubtorschleuse mit 3,10 m Hub, in unserem Fall schleusten wir abwärts, d.h. die Festmacher nicht belegen sondern locker aus der Hand führen, da sich sonst das Schiff „aufhängt“. Auch die Träger mussten wie an jeder Brücke gelegt werden, was aber mit den Gasdruck-Stoßdämpfern bei den Yachten kein Problem war.

Im Yachthafen „An der Schlossinsel“ machten wir für die Nacht fest. Der sehr freundliche und hilfsbereite Hafenmeister wies uns 2 gute Liegeplätze zu und war beim Festmachen behilflich. Wir aßen alle 14 zusammen im Restaurant des Strandhotels. Es war ein sehr gutes entspanntes Abendessen, da der Inhaber und die Mitarbeiter sehr engagiert waren und die Kinder sich dank großzügig angelegter „Kinderspielecke“ sehr wohl fühlten. Dank des „Brötchenservices des Hafenmeisters, gestaltete sich das Frühstück am Donnerstag- morgen, der Location am Mirower Schloss entsprechend sehr fürstlich.

Nach dem Ablegen fuhren wir nun wieder zurück durch die HMW in Richtung Müritz, durch die Schleuse Mirow, die Kleine Müritz, dann bei herrlichstem Wetter über die Müritz Richtung Waren. Die Stadt haben wir heute aber an Steuerbord liegen gelassen, denn unser

Tagesziel war im Jabelschen See die Marina Maribel. Die erreicht man durch den Kölpinsee an dessen westlichen Ende nach Norden durch die sehr enge Wald-Durchfahrt in den Jabelschen See. Mit etwas Glück kann man im Unterholz die dort in freier Wildbahn lebenden Wisente der Wisent-Zuchtanstalt ausmachen. Inzwischen ist dieses wunderschöne Fleckchen Erde in der gesamten Müritz-Region mit dem Restaurant „Topplicht“ zu einem echten Geheimtipp geworden, den man nicht versäumen darf. Sehr guter Service und vorzügliches Essen besonders der fangfrischen Fischgerichte , danach liebevoll zubereitete Kinder-Eisbecher sorgten für zufriedene Gesichter. Den „Verteiler“ für die Großen gab es dann gemeinschaftlich an Bord der „Ronja“.

 Durchfahrt-Jabel

Am letzten Tag ging es nach einer Runde durch den Jabelschen See wieder an der Marina Maribel vorbei durch den engen Kanal zurück in den Kölpinsee, durch den Fleesensee in den Malchower See, wo wir durch die Drehbrücke fuhren und im Stadthafen festmachten.

Auf der Terrasse im „Rosendomizil“ direkt an der Drehbrücke konnten wir in der herrlichen Herbstsonne duftenden Kaffee und Kuchen genießen. Am Nachmittag stand dann noch die letzte kurze Etappe an. Von Malchow zurück nach Plau am See, wo wir um 17.00 Uhr pünktlich zum Dämmerschoppen wieder in unserem Heimathafen an dem neuen Plauer Leuchtturm festmachten.

Ein „Griechischer Abend“ bei Petros rundete den wunderschönen Boots-Törn im Kreise der ganzen Familie ab. Einstimmige Meinung: So einen Törn machen wir bald noch einmal, dann aber mit längeren Etappen, da die Kinder sehr viel Freude am Fahren hatten und sich keinen Moment langweilten.

 Hafen-Plau

Die Gewässer rund um die Müritz, die gemütlichen Städtchen und kleinen Ortschaften, das kulturelle Angebot, Ausflugsziele und die vielfältige Natur lassen einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern zu einem wahren Abenteuer-Erlebnis-Urlaub insbesondere auch für Kinder werden.

Alle Infos zum Schiff finden sich auf der Website von
www.yachtcharter-schroeder.de