Zu Wasser und zu Lande

Geschrieben von Sebastian Kühl

 

Nach dem Umtragemanöver in Wustrau wird der Plätlinsee längs durchquert. Hinter einer Insel, am Nordende des Sees, beginnt die Passage auf der Schwaanhavel. Foto: Kanatu/Georg Schlesius

Foto: Kanatu, Georg Schlesies

Es ist ein Naturerlebnis für die ganze Familie. Wer kein eigenes Boot mitbringt, kann sich auf lokale Kanustationen verlassen. Die sorgen auch dafür, dass Boot und Besatzung zum gewünschten Startpunkt gebracht und nach der Tour vom Ziel abgeholt werden.

Nicht nur die Naturschönheiten der Mecklenburgischen Kleinseenplatte sind bei einer Tour mit Kanu oder Rad von Mirow nach Neustrelitz zu entdecken. Eine solche Fahrt spürt auch der Geschichte des mecklenburg-strelitzer Herrschergeschlechts nach. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten am Rande der Strecke künden vom Glanz adliger Herrschaft und Lebensart. 1761 heiratete Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz König Georg III. und ging damit als Königin Charlotte von Großbritannien in die Geschichte ein. Ihre Kindheit verbrachte die Prinzessin in Mirow. Das barocke Schloss in der typisch mecklenburgischen Kleinstadt war Mitte des 18. Jahrhunderts das geistig-intellektuelle Zentrum des Herzogtums. Heute ist es ebenso zu besichtigen wie die Grablege des Fürstenhauses in der gotischen Johanniterkirche und das Grabmal des letzten Herrschers von Mecklenburg-Strelitz, Adolf Friedrich VI., auf der Liebesinsel.

 

Streckenabschnitt 1

Die Tour nach Neustrelitz beginnt in Mirow. Über Zotzensee, Mössensee und Vilzsee geht es für Paddler bis zur Diemitzer Schleuse. Radler erreichen dieselbe Station auf dem „Seen-Radweg“ über Peetsch und Fleether Mühle.

Station 1: Diemitzer Schleuse
An der Schleuse ist immer eine Menge los, und es gibt viel zu sehen. Wer dem Treiben länger zuschauen will, besucht das Restaurant „Zum Biber“ im liebevoll sanierten Dreiseitenhof unweit der Schleuse.

 

Streckenabschnitt 2

Von der Diemitzer Schleuse führt der Wasserweg über den Labussee nach Canow. Die Route führt weiterhin dem „Seen-Radweg“ am Seeufer entlang.

Station 2: Canow
In der Glanzzeit des mecklenburg-strelitzschen Herrscherhauses Mitte des 18. Jahrhunderts kamen die Herzöge in der warmen Jahreszeit gern nach Canow. Der auch als Jagdhaus bezeichnete Sommersitz – mit Weinstöcken auf den eigens dafür angelegten Terrassen – befand sich am Seeufer auf einer Erhebung, die einen weiten Blick über das Wasser ermöglichte. Friedrich II. von Preußen soll, als er noch Kronprinz war, Gast im Jagdhaus gewesen sein. Heute zeugt nur noch ein baumbestandener Hügel am einstigen Standort des herrschaftlichen Gebäudes von herzoglichen Sommerfesten.

Lesen Sie weiter in der Ausgabe Seenland 2010