Störmthaler See: Freizeit entdecken

Geschrieben von Doreen Dreger

Heute entsteht hier eine Seenlandschaft, die mit zahlreichen Attraktionen lockt. Foto: Peter Krümmel/Kuhstall e.V. Großpösna

Foto: Peter Krümmel / Kuhstall e.V.

Vor nur etwas mehr als zehn Jahren hinterließ der einstige Großtagebau Espenhain eine Landschaftsform von hoher emotionaler Intensität, die dem gewohnten Blick nur schwer zugänglich war.

Im Juni 2008, anlässlich des zehnten Störmthaler Seefestes, war es so weit: Erstmals wurden die Wasserski unter die Füße geschnallt und ab ging die rasante Fahrt. Vom Aussichtspunkt Störmthal zeichneten sich die hellsilbernen Gischtstreifen gegen die Sonne ab und boten den Zuschauern ein prächtiges Lichtspiel in den Farben des Regenbogens. Mit künftig 730 Hektar Wasserfläche wird der Störmthaler See ein ideales Wassersportrevier, das schon jetzt beginnt, sich in der Szene bekanntzumachen und seinen Ruf weit über die Region hinaus aufzubauen.

Ohne ihre Vergangenheit im Bergbau hätte diese Region sich niemals zu dem entwickeln können, was sie heute ist – auch den Störmthaler und den Markkleeberger See würde es nicht geben. Auf der schmalen Landzunge zwischen diesen beiden Seen gelegen, wurde der Bergbau-Technik-Park ins Leben gerufen, um die folgenreiche Historie des Reviers authentisch nachvollziehbar zu machen. Beeindruckende Zeugen der Vergangenheit sind der Schaufelradbagger 1547 aus dem Jahr 1985 und der Absetzer 1115 von 1986. Sie sind das Kernstück des Parks, der – obwohl noch immer im Aufbau – schon heute jährlich mehr als tausend Besucher fasziniert.

Bevor technische Großgeräte sich hier durch die Flöze fraßen, verschwanden ganze Orte, und Tausende Menschen mussten andernorts ein neues Zuhause finden. An ihre materiellen und ideellen Verluste erinnert das Kunstprojekt „Vineta“. Bei der aus Stahl, Beton und Holz erbauten Installation handelt es sich um die 14,50 Meter hohe, künstlerische Interpretation der ehemaligen Kirche von Magdeborn im Rahmen des Projektes „Kunst statt Kohle“. Sie soll ab dem Jahr 2009 als schwimmendes Wahrzeichen des Störmthalers Sees weithin sichtbar sein.

Auch ein Ort des Erinnerns wird mit der „Arche Botanica“ auf der heute noch brachliegenden Magdeborner Halbinsel entstehen – ein botanischer Wissenschafts-, Kultur- und Familienpark. Hier soll eine Parklandschaft entstehen, die unter dem Motto „Mensch und Pflanze“ die Zusammenhänge von Mensch, Gesellschaft und Natur dokumentiert. Zudem ist eine komplette Hafenanlage mit Marina geplant. Hier am Störmthaler See werden die Herausforderungen, die die regionale Geschichte der heutigen Generation auferlegt hat, tatkräftig angepackt. Manches ist schon fertig und so vieles wird entstehen, was eine Reise zu diesen neuen Ufern immer wieder lohnt.

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