Aktivitäten im Müritz-Nationalpark

Geschrieben von Marike Stucke

Nationalparkbus mit Fahrradanhänger in Boek

Urlaubsplanung nach Maß: Egal, ob auf eigene Faust oder in Begleitung von geschulten Naturführern – der Müritz-Nationalpark bietet viele Facetten für einen Urlaub im Herzen der Natur.

 

Welcome-Center Müritzeum

Täglichen Service für alle Besucher der Mecklenburgischen Seenplatte und somit auch den Müritz-Nationalpark bietet das Welcome-Center Müritzeum in Waren (Müritz). Gerne geben die Mitarbeiter des Welcome-Centers Tipps für Touren und Einkehrmöglichkeiten in der Region. Informationen für Aktivitäten im „Land der 1.000 Seen“ sind in kostenlosen Broschüren zu den Themen Radeln, Paddeln und Camping zusammengefasst. Zum Service gehört auch der Verkauf des Nationalparktickets für die flexible Fortbewegung im Nationalpark und des Kranichtickets für herbstliche Naturführungen zu den Sammelplätzen der Zugvögel. Ticketbuchungen für regionale Kulturhöhepunkte wie die Schlossgartenfestspiele und die Müritz-Saga gehören zum kulturellen Erlebnisservice.

Das Müritzeum umfasst ebenso das „NaturErlebnisZentrum“. Die spektakuläre Ausstellung samt Riesenaquarium und multimedialen Themenräumen zu den Naturphänomenen der Seenlandschaft ist ein Pflichttermin für alle naturbegeisterten Müritzbesucher. Kinder und Erwachsene werden sich begeistert zeigen von der modernen Aufbereitung der Tier- und Pflanzenwelt, eingebettet in die futuristische Architektur des Museumsbaus am Rande der Warener Altstadt.

Bus und Schiff mit einem Ticket

Eine Nationalpark-Buslinie durchquert in der Saison stündlich das Schutzgebiet von Waren zum Bolter Kanal und in Gegenrichtung. Haltestationen sind zum Beispiel in Federow, Speck und am Käflingsbergturm eingerichtet. Fahrräder finden im Busanhänger Platz, so dass eine Fahrradtour durch den Nationalpark in mehrere Streckenabschnitte aufgeteilt werden kann. Möglich ist ebenfalls eine Müritz-Schiffspartie, die Waren und den Anleger am Bolter Kanal von Mitte April bis Anfang Oktober zwei Mal täglich verbindet. Auch die Häfen in Röbel und Klink werden angesteuert. Mit dem Müritz-Nationalpark-Ticket können Bus und Boot miteinander kombiniert werden. Informationen: www.nationalparkticket.de

Camping

Es ist ein Übernachtungstraum für Naturpuristen: nur durch eine Zeltwand von der Waldeinsamkeit getrennt sein und beim morgendlichen Erwachen dem Wiegen der Baumspitzen und Klopfen der Spechte lauschen. Zeltmöglichkeiten ganz nah am Nationalpark sind etwa auf den Campingplätzen „Naturfreund“ bei Kratzeburg und „Zur hohlen Eiche“ in Klockow, im nordöstlichen Nationalparkbereich. In Waren befinden sich zwei große Camper-Anlagen am südlichen und nördlichen Ufer der Binnenmüritz. Am Südende des Nationalparks gibt es direkt am Ostufer der Müritz drei Plätze in Boek und Boeker Mühle. Beim Camping am Leppinsee in Schillersdorf beginnt die geschützte Wildnis gleich hinter dem Dorfausgang. Das gleiche Bild ergibt sich um die Ecke in Blankenförde im „Hexenwäldchen.“ Auch die Plätze bei Wesenberg am Weißen See und Kleinen Labussee locken durch erlaufbare Distanzen zum Nationalpark und Bademöglichkeiten gleich neben den Zelten. Ähnliche Bedingungen findet man einige Kilometer weiter in Groß Quassow am Woblitzsee, in Zwenzow am Großen Labussee und an einem westlichen Waldstrand des Useriner Sees. Der dortige FKK-Campingplatz liegt im Nationalparkgelände.

Angeln

Die Nähe zum Wasser lässt eines jeden Anglers Herz höher schlagen. Im Nationalpark sind einige Seen in Teilbereichen zum Fischen freigegeben, zum Beispiel der Feisnecksee und der Specker Hofsee bei Waren, der Käbelicksee bei Kratzeburg und der Woterfitzsee nahe Mirow. Allerdings unterliegt das Angeln starken Einschränkungen. Bootsmotoren sind tabu, Uferbereiche sind nur teilweise zu betreten, und auch die Anfahrt zum See kann sich schwierig gestalten. Schnupperanglern seien deshalb die Reviere außerhalb des Nationalparks empfohlen.

Touristenfischereischein

Passionierte Angler wissen Bescheid: Angelkarte für das Zielgewässer besorgen, Fischereischein nicht vergessen und los. Aber auch Anfänger haben die Chance, sich an Rute und Rolle zu versuchen. Vor Ort muss zunächst ein Touristenfischereischein bei den Ordnungsämtern oder den Tourismusinformationen beantragt werden, ein behördlicher Akt. Aber keine Sorge. Mit 20 Euro und einem Personaldokument kann die 28-tägige Erlaubnis sofort zum Einsatz kommen, nachdem bei Fremdenverkehrsämtern, Angelläden oder ortsansässigen Fischern zusätzlich eine Angelkarte erstanden wurde. Diese gibt es individuell zugeschnitten auf die gewünschten Angelgewässer und Angeldauer. Angeln ohne Papiere und entgegen der Regeln kann sündhaft teuer werden. Sebastian Paetsch, Angelexperte bei der Müritz Plau GmbH, dem größten deutschen Fischereibetrieb mit über 100 bewirtschafteten Seen, empfiehlt Anfängern, sich gleich auf einer geführten Angeltour in das Handwerk einweisen zu lassen: „Wissen über Angelstellen, Köder und Tiefenbereiche sind sehr wichtig. Sonst zahlt man Lehrgeld, weil man nur sinnlos Kilometer auf dem See verfährt.“ Im Frühjahr und Herbst ist Hechtsaison, im Sommer beißen bevorzugt Barsche. An den Haken gehen auch Karpfen, Zander, Schlei, Karausche, Aal und Maräne.

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