Templin: Kleine Stadt in weitem Grün

Geschrieben von Jakob Hurrle

Templin - idealer Ausgangspunkt, die Umgebung zu Fuß, per Fahrrad oder auf dem Boot zu erkunden.

Templin - idealer Ausgangspunkt, die Umgebung zu Fuß, per Fahrrad oder auf dem Boot zu erkunden.

Foto: Jakob Hurrle

Unbestritten eines der Wahrzeichen von Templin ist die historische Stadtbefestigung. Ein Spaziergang entlang der aus unbehauenen Feldsteinen errichteten Stadtmauer dauert fast eine halbe Stunde und führt in einem weiten Kreis um die gesamte historische Altstadt.

Entlang der 1,7 Kilometer langen Runde fallen besonders die drei gotischen, in norddeutscher Backsteinbauweise errichteten Stadttore ins Auge. Zwei der Tore können besichtigt werden. Vom obersten Stockwerk des Berliner Tores fällt der Blick auf die gepflasterte Gasse, die Dächer von Fachwerkhäusern, im Hintergrund die Türme von Rathaus und Kirche. In der Ferne schließlich ist das Blau des Templiner Stadtsees zu sehen. Im Inneren des Tores informiert die Ausstellung „Lebensräume“ aus der Perspektive des Naturschutzes über die Geschichte der Stadt und der sie umgebenden Landschaft, deren sanfte Hügel die Handschrift der letzten Eiszeit tragen.

Als eine der am dünnsten besiedelten Regionen Deutschlands ist das Land um Templin in seiner Unberührtheit einzigartig. Mit zwei Großschutzgebieten in der unmittelbaren Umgebung der Stadt – dem Naturpark „Uckermärkische Seen“ und dem Biosphärenreservat „Schorfheide Chorin“ – wurde in den Neunziger Jahren sichergestellt, dass diese Ressource der Region erhalten bleibt. In kaum mehr als einer Stunde aus Berlin erreichbar, ist Templin der ideale Ausgangspunkt, um die Weiten der Wälder, Wiesen, Flüsse, Bäche und Seen zu Fuß, per Fahrrad, oder auf dem Boot zu erkunden.

Per Boot und Draisine

Mit der Eröffnung der Schleuse ist Templin seit neuestem auch für aus Richtung Müritz kommende Wassersportler bestens zu erreichen. Dadurch ergeben sich für Freizeitkapitäne viele neue Möglichkeiten, schließlich sind nun die Attraktionen in Templin und Umgebung direkt per Boot erreichbar. Das gilt zunächst einmal für die historische Altstadt mit ihren Cafés und Restaurants, die nicht nur zu einem Spaziergang entlang der Stadtmauer oder in Richtung Marktplatz einlädt, sondern auch zwei Museen beherbergt. Vom Prenzlauer Tor, in dem sich das „Uckermärkische Volkskundemuseum“ befindet, ist es nur ein Katzensprung bis zur Seepromenade. Dort gibt es nicht nur Kaffee und Kuchen mit Seeblick, sondern auch die Gelegenheit, mit dem Dampfer über den Templiner Stadtsee zu fahren. Die Stadt Templin ist auch einer der Ausgangspunkte für die beliebten Draisinenfahrten auf der stillgelegten Eisenbahnstrecke von Templin über Lychen nach Fürstenberg, die unmittelbar durch den Naturpark „Uckermärkische Seen“ führt. Eine vielleicht weniger originelle, aber gleichsam empfehlenswerte Art der Begegnung mit der Natur sind Spaziergänge auf dem engmaschigen Netz von Feld- und Wanderwegen.

Erholsame Ausflüge

Beliebt ist die Umrundung des Stadtsees (etwa drei Stunden), welche unter anderem durch schöne Kiefernforste und die Moorlandschaft „Am Aschberg“ führt. Ein kürzerer Ausflug beginnt am Stadtbahnhof und folgt dem im Jahre 1745 auf Geheiß von Friedrich dem Großen ausgebauten Templiner Kanal (etwa eine Stunde), während der dritte vom Naturpark empfohlene Spaziergang („die Kurtour“) städtische Parkanlagen und Kureinrichtungen verbindet, dank derer Templin offiziell das „Heilbad“ im Namen führen darf.

Unbestrittener Star unter den Erholungs- und Kureinrichtungen von Templin ist die „NaturTherme Templin“. Unter der kühnen Dachkonstruktion des eigenwilligen Baus, der dank seiner rundlichen Form hervorragend in die hügelige Landschaft der Uckermark passt, verbirgt sich eine großartige Bade- und Saunalandschaft.

Lesen Sie weiter in der Ausgabe Seenland 2006