Neubrandenburg: Tore zur Stadt

Geschrieben von Peter Schoh

Die Wiekhäuser in der Stadtmauer dienten einst als Wachhäuser.

Die Symbiose aus Geschichte, Natur und Kultur bestimmt Neubrandenburg. Historischer Stadtkern, Tollensee, und Konzertkirche bilden einen harmonischen Dreiklang.

Ich werde nie die freundliche Vorderstadt Neubrandenburg vergessen, mit ihren reinlichen Straßen, ihrer schönen Kirche, mit ihrem grünen Eichenkranz, dem prunkenden Buchenlaub. Der Urheber dieser Zeilen lebte 1856 bis 1863 in der heute drittgrößten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Er ist auch der einzige niederdeutsche Autor, der zur deutschen Nationalliteratur gezählt wird Fritz Reuter. Weithin bekannt ist Neubrandenburg aber auch für seine vier Tore. In einem dieser vier Tore, im Neuen Tor, hat die Fritz Reuter Gesellschaft e. V. ihre Heimat gefunden.

Vom Neuen Tor im Osten des Stadtzentrums gelangt man in Richtung Süden an der Stadtmauer entlang rasch zum Stargarder Tor. Die gesamte Innenstadt ist von einer mittelalterlichen Wehranlage umgeben. Das Stargarder Tor bietet sich an, das Innere des Stadtkerns zu betreten. Rasch verfliegt der mittelalterliche Baueindruck, denn eine moderne Einkaufsstraße durchzieht das Zentrum vom Stargarder Tor aus nach Norden bis zur anderen Seite der Stadtmauer und zum Bahnhof. Hier stehen historische Fachwerkhäuser ehemaliger Handwerker Seit an Seit mit neuen Gebäuden, die sich geschickt in das Ensemble einfügen.

Historisches Erbe

Der mittelalterliche Stadtkern ist die am besten und vollständigsten erhaltene Stadtbefestigung früherer Jahrhunderte auf dem Gebiet der neuen Bundesländer und damit Verpflichtung und Chance für Neubrandenburg. Die Stadt pflegt und erhält dieses Erbe und integriert es geschickt in das moderne Stadtleben. Auf den ersten Blick wirkt die Stadt dadurch größer und weitläufiger als sie zahlenmäßig sein dürfte. Ein breiter grüner Gürtel umgibt das Stadtzentrum und lockert das Stadtbild auf. Lange Wälle und Gräben wurden einstmals vor der Stadtmauer angelegt, um Angreifer aufzuhalten. Heute ist der Wall mit Eichen bewachsen und bildet eben jenen grünen Eichenkranz, der schon Fritz Reuter begeisterte und bei idyllischen Spaziergängen vergessen lässt, dass man sich mitten in der Stadt befindet.

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